Verhinderungspflege

Pflegende Angehörige leisten eine enorme Arbeit. Auf Dauer zehrt die Pflege an ihren Kräften und sie brauchen Abstand, um wieder Kraft zu tanken. Die Gesetzgebung in der Pflege sieht hier eine Verhinderungspflege vor. Das heißt, ein Pflegedienst oder eine andere Person vertritt die pflegenden Angehörigen für eine bestimmte Dauer. Die Verhinderungspflege ist ein ideales Instrument, um pflegenden Angehörigen diesen Abstand zu gönnen. Denn sie ist so etwas wie Urlaub für die Angehörigen. Bis zu 28 Tage im Jahr können sie auf diese Regelung zurückgreifen. Hinzu kommen kurzzeitige Ablösen, wenn sie selbst mal ein paar Stunden außer Haus müssen und den Pflegebedürftigen nicht alleine lassen können.

Finanziert wird die Verhinderungspflege über die Pflegekassen. Statt des Pflegegeldes, das alternativ zu den Pflegeleistungen nach der notwendigen Pflegestufe gezahlt wird, finanzieren die Pflegekassen die Vertretung. Dazu stehen maximal etwas mehr als 1.500 Euro pro Jahr zur Verfügung. Das kann in Einzelfällen sogar mehr sein als die Kosten für die Betreuung nach Pflegestufe. Daneben zahlen die Pflegekassen weiterhin Rentenversicherungsbeiträge für die pflegenden Angehörigen, wenn diese von der Verhinderungspflege Gebrauch machen (Grundlage ist eine besondere Regel der Pflegegesetzgebung zugunsten von pflegenden Angehörigen). Das sonst an die Angehörigen gezahlte Pflegegeld wird jedoch in der Zeit der Verhinderungspflege nicht gezahlt.

Ob die Verhinderungspflege von einem Angehörigen (bis zum zweiten Grad) oder einem Pflegedienst ausgeübt wird, ist ein wesentlicher Unterschied für die Finanzierung. Denn Angehörige oder Haushaltsmitglieder erhalten lediglich einen Ausgleich in Höhe des jeweiligen Pflegegeldanspruchs.

Die Summe von über 1.500 Euro ist nicht bezogen auf einen Zeitraum. Wird durch einen teuren täglich mehrstündigen Pflegeeinsatz dieser Betrag bereits nach zehn Tagen aufgebraucht, endet auch die Finanzierung durch die Pflegekassen. Bleibt nach 28 Tagen noch Geld übrig, besteht allerdings kein weiterer Anspruch. Unabhängig davon kann bei vorliegender Bedürftigkeit zur Finanzierung weiterer Pflegeleistungen ein Antrag beim zuständigen Sozialamt gestellt werden.



Mahlzeitendienste – Essen auf Rädern

Für ältere Menschen wird es mit zunehmendem Alter immer schwerer, ihren täglichen Alltag zu meistern. Das gilt umso mehr, wenn körperliche Beeinträchtigungen oder eine Pflegebedürftigkeit vorliegen. Das Einkaufen wird zu einer Herausforderung oder gar unmöglich, das Kochen eines gesunden Essens ebenso. Es gibt aber eine gute Alternative: Essen auf Rädern – die Belieferung durch einen Mahlzeitendienst.

Der Vorteil von Essen auf Rädern liegt auf der Hand. Täglich kommt der Mahlzeitendienst ins Haus und liefert ein leckeres Essen. Die Auswahl an Menüs ist groß. Von besonderen Diabtiker-Menüs über salzarme Essen bis hin zu Vollwert- oder Gourmetmenüs ist bei den meisten Mahlzeitendiensten die Auswahl groß. Für Abwechslung auf dem Teller ist auf diese Weise gesorgt und auch den besonderen gesundheitlichen Ansprüchen der Senioren wird das Essen gerecht. Die angebotenen Menüs sind in den meisten Fällen keine Tiefkühlwaren mehr, sondern frisch zubereitete Essen, die zum Teil sogar in Kooperation mit Krankenhaus- oder Mensa-Küchen am gleichen Tag frisch zubereitet werden.

Die Bestellung ist in der Regel sehr leicht. Anrufen, auswählen, abwarten. Meistens ist die erste Lieferung spätestens zum nächsten Tag möglich. Auch ein Abbestellen oder die Auswahl einzelner Tage aus den Wochenangeboten ist möglich.

So bequem und leicht eine Essenslieferung durch einen Mahlzeitendienst ist, hat die Lieferung auch eine soziale Funktion. Fast immer haben die Auslieferungsfahrer und -fahrerinnen einen kurzen Moment Zeit, um mit den Senioren zu sprechen und sich nach ihrem Wohlergehen zu erkundigen. Auf diese Weise halten die Senioren Kontakt zu anderen Menschen und haben einen Ansprechpartner, der bei Bedarf oder Notfällen vielleicht weitere Betreuungsdienste organisieren kann. Denn die meisten Mahlzeitendienste gehören zu Sozialverbänden oder Unternehmen, die auch weitere Dienstleistungen wie ambulante soziale Hilfsdienste oder ambulante Pflegedienste anbieten.


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